Die Geschichte des Option Footballs

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“Option Football” ist einfach nicht totzukriegen. Die klassische Variante des Option Footballs gibt es schon so lange, wie es Football gibt, Was an sich auch keine Wunder ist, da es sich um eine Aktion handelt, die es in vergleichbarer Form auch im Rugby gibt. Eben dieses Sportart, aus dem sich der heutige American Football entwickelt hat. Dabei handelt es sich um eine sehr einfache Strategie. Der Ballträger läuft auf einen Defense Spieler zu und kurz bevor dieser ihn tackelt wirft dieser den Ball einem ihm hinterherlaufenden Mitspieler zu, so dass dieser weiteren Raumgewinn erzielen kann. Im Rugby ist dieses immer noch die Hauptmethode, einen Raumgewinn zu erzielen. Durch die Entwicklung des Regelwerkes im American Football und die Einführung der “Line of Scrimmage” und dem Prinzip des permanenten Ballbesitzes betrachtete man diese Methode als zu risikoreich, da sie bei schlechter Ausführung zu einem Ballverlust führen kann. Fortan ging man dazu über, durch blocken das gegnerische Team daran zu hindern an den Ballträger zu gelangen.

Vor ca. 70 Jahren entstaubte “Don Faurot” das Prinzip des Option Football und implementierte es in unserem heutigen Football. Bedingt durch den 2 Weltkrieg, halfen viele Football Coaches bei der Ausbildung von Piloten bei der U.S. Navy. Durch diesen Zufall trafen sich 3 brillante Vordenken des Footballs in einer Fliegerschule in Iowa. Don Faurot, Jim Tatum und But Wilkonson hatten viele produktive Gespräche und so entstand die Idee des Option Footballs quasi “neu”. 1942 übernahm Faurot den Head Coach Posten an der Universität von Missouri und entschied sich “Option Football” zum Mittelpunkt seiner Angriffstaktik zu machen. Bud Wilkinson und Jim Tatum machten ihrerseits später als Head Coaches mit dieses Offense in Oklahoma und Maryland Karriere.

Beim Option Football unterscheidet man zwei Arten. Double und Triple Option. Bei der von Faurot gespielten Variante handelte es sich um eine zweifache Variante (der heutigen Read Option). Faurot wollte, wie alle Coaches zu dieser Zeit die Außenseite der Defense attackieren. Das Hauptproblem ist und war das dort der Defense End steht. Seine Aufgabe ist es, das Laufspiel der Offense nach innen zu drängen. Faurot, der zu seiner Zeit auch die Split-T Formation entwickelte, beschloss, einfach den Playside Defense End ungeblockt zu lassen und auf seine Bewegung zu reagieren, was zu der damaligen Zeit noch eine unvorstellbare Strategie war.

1952 kam der nächste Schritt in der Entwicklung des Option Footballs. Charles Cason, damaliger Head Coach der kleinen Junior High School in Forth Worth TExas, wollte den zeiltichen Ablauf der Option perfektionieren und zur Triple Option erweitern. Zu diesem Zweck änderte er die Anordnung der Backfield Spieler und die Wish Bone Formation war geboren.

Heutzutage wird in fast allen Klassen des High School und College Footballs Option Football gespeilt. Selbst in der sehr konservativen NFL setzt sich in manchen Teams die Option durch.

Heutzutage gibt es zahlreiche Varianten des Option Footballs die man spielen kann:

Kurze Erklärung der Option Varianten:

Dive Option:

Die wohl einfachste Variante der Double Option, da es von vornherein feststeht, das der Fullback den Ball nicht bekommt. Der QB muss nur den DE oder OLB lesen.

Speed Option:

Von der Bewegung der Spieler her, ist die Speed Option relativ identisch, nur das hier der FB direkt als Vorblocker fungiert. Der QB läuft auf den OLB zu um diesen an sich zu binden.

Load Option:

Der Unterschied zwischen der Load- und der Speed Option ist der, dass in diesem Fall der DE bzw. OLB geblockt wird. Der Pitch sollte im Defense Backfield erfolgen.

Fullback Option:

Die Fullback Option ist eine ungewöhnliche Art der Speed Option. Der QB gibt einen Hand Off auf den FB und dieser läuft mit dem HB die Speed Option. Gelesen wird wieder der DE bzw. OLB.

Belly Option:

Die Belly Option spielt man aus der Pro Formation, jedoch ist der Abstand der RB erhöht, das der QB sich um die eigene Achse drehen muss, um Abstand von der LOS zu bekommen. Von der Ansicht her erinnert die Belly Option an eine Veer Option aus der Pro Formation.

Counter Option:

Wie von einem Counter Play bekannt, täuscht man zuerst eine Attacke in der einen Richtung vor, bevor man in die andere Richtung geht.

Freeze Option:

Eine 1985 eingeführte Triple Option Variante von Syracuse, wo der Fullback direkt das A Gab attackiert. Der damalige Head Coach Dick MacPherson war der Ansicht, das “normale” Toss oder Sweep Plays keinen ausreichenden Erfolg bringen würden.

Read Option:

Die Read Option ist eine Kombination aus einem Zone Play und einem Option Play. Man kann sie als Double oder Triple Option spielen. Der RB attackiert das Gab und der QB die Außenseite.

Shovel Option: 

Eine sehr selten gespielte Option Variante die aber nicht minder effektiv ist. Der Aufbau ist ähnlich einer Speed Option nur das der QB hinter dem SB läuft und diesem eine Shovel Pass zuwirft, sobald er vom DE attackiert wird.

Triple Option;

Die Triple Option, ist eine Kombination der Read und Speed Option. Sie lässt sich aus vielen Formationen spielen.

Trap Option: 

Ist eine populäre Art der Triple Option, die aus einer Double Slot Formation gespielt wird. Hier stehen dem QB direkt 3 potentielle Ballträger zu Verfügung. Es handelt sich also auch hier um eine Triple Option, wo der Slot Back gegen die eigentliche Laufrichtung attackiert.

Crasy Option:

Die Crasy Option ist eine Triple Option, die die Speed und Shovel Option kombiniert. In Regelfall wird der Slot Back per Motion vor dem Snap in das Backfield geholt. Der DE wird vom QB gelesen.