Die Spread Offense

Veröffentlicht von

Eine alte Idee im neuen Gewand

Es gibt kaum ein Begriff in der jungen Vergangenheit der für so viel Fehlinterpretation sorgt wie der Begriff der “Spread Offense”. Der Begriff “Spread” ist weder mit einer bestimmten Art der Aufstellungstaktik (I-Formation) oder einer Philosophie (West Coach Offense) verbunden. Die Liste der s.g. “Spread Offense” ist lang, sie reicht von der “Air Raid” (u.a. Texas Tech Universität) bis hin zur “Spread Bone”. Die Spread Bone wiederum ist eine Anlehnung an die “Wishbone Formation”. Zusätzlich gibt es auch noch die “Power Spread”, die sich dem Power Running Game verschrieben hat, eine “Spread Option” und eine “West Coast Spread” Offense. Die “West Coast Spread” Offense zum Beispiel verbindet die Grundlagen der “West Coast Offense” von Bill Walsh mit den Prinzipien der Spread Offense. Wie man sieht, ist der Begriff der “Spread Offense” sehr vielseitig und es ist nicht einfach dort einen Überblick zu behalten.

Es gibt auch viele Leute, die behaupten, das die “Spread Offense” das Gleiche sei, wie die “Run and Shoot” Offense, da sie zwei Gemeinsmkeiten aufweisen; 4 Wide Receiver und der Versuch, die Defense auseinander zu ziehen. Glenn Tiger Ellision (Middletown High School – Ohio) gilt als Erfinder der “Run and Shoot” Offense, er bezweckte mit 4 Receivern die Defense auseinander zu ziehen und so mehr Platz für sein Running Game zu haben. Also wie der Name schon sagt, als erstes kommt der Lauf und als zweites der Pass. Für viele ist die “Run and Shoot” Offense als Passlastige Offense in Erinnerung. Dies liegt unter anderem daran, das Anfang der 1990er Jahre die Housten Oilers und Detroid Lions die “Run and Shoot” Offense in der NFL spielten und aus dieser Formation ein Exessives Passspiel zelebrierten.

Die Idee der “Spread Offense” ist jedoch nicht neu. Sie gab es schon lange vor der “Rund and Shoot” Offense. Das erste Mal wurde die “Spread Offense” 1930 an der Universität von Taxas Christian gespielt. Wenige Jahre später folgten auch andere Universitäten – Leo “Dutch” Meyer, zum Beispiel mit der Michigan State.

Wir halten nun erst einmal fest, dass der Begriff “Spread” lediglich ein Oberbegriff ist, unter dem alle nur erdenklichen taktischen Angriffsvarianten verborgen sein können.

Die Receiver verwenden immer feste Passrouten, was es ihnen erleichtert die Spielzüge besser zu beherrschen.

Für den klassischen Pocket pass setzt man oft auf Mirror Pattern, bei einem Roll Out bzw. Sprint Out Pass nutzt man oft Backside Pattern, um das Feld in der Richtung des Sprint Outs zu fluten.

Die häufigste Defense Taktik gegen die Spread Offende ist jedoch der Einsatz von 5 Defensive Back Spielern. Somit befinden sich nur noch 6 Defense Spieler in der Box, die gegen den Lauf spielen. In den meisten Fällen wird die Defense eine Man Coverage oder eine Cover 3 gegen diese Formation spielen. Auf der einen Seite hat man das Problem, dass man dabei nicht mit einem klaren Spielzug darauf antworten kann, aber zum anderen, eröffnet es der Offense, das gesamte Playbook dagegen zu spielen. An manchen Stellen sind jedoch kleine Änderungen notwendig.

Der populärste aller Passspielzüge bei einer Spread Offense, ist der s.g. “4 Verticals”. Bei diesem werden 4 vertikale Bahnen gebildet, in denen die Receiver laufen. Als Anhaltspunkte für die Receiver dienen die Feld Nummern und die Hash Marks. Der QB kann nun den Safety lesen, auf welchen Receiver er reagiert und so leicht einen Inneren Receiver anspielen.