Split Field Coverage – “Verstehe die Formationen und bekomme ein klares Bild” – Teil 2

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Aus unterschiedlichen Gründen benutzt ein Offensive Coordinator gerne eine Vielzahl von verschiedenen Formationen. Er versucht unter anderem, die Defense nach innen zu lenken, um den Ball über außen zu laufen, oder er versucht, die Defense auf die kurze Seite (Boundary Side) des Feldes zu lenken, um anschließend über die weite Seite (Field Side) zu gehen. In den meisten Fällen versucht die Offense ein „1 gegen 1“ Matchup zu erzwingen, so dass Ihr bester Receiver die Chance hat, den Corner Back zu schlagen. zudem versuchen sie, der Defense bestimmte Coverage aufzuzwingen, bei der sie denken, die besten Chancen zu haben.

Was auch immer versucht wird. In der Defense brauchen wir eine Lösung, um schnell und sicher auf das, was uns gezeigt wird, reagieren zu können und entsprechend erfolgreich das Play zu stoppen.

Viele Coaches versuchen, bei der Vielzahl an Formationen, ihren Spielern diese beizubringen und gleichzeitig eine Menge an Gegen Formationen zu lehren. Sie fühlen sich dabei gut, werden jedoch sehr schnell feststellen, dass es der falsche Weg ist. Es ist verwirrend und zudem ein sehr hoher Lernaufwand, den die meisten Spieler nicht aufbringen können. Wenn dann der Gameday kommt, die Offense genau das macht, was der Coach zuvor erahnt hat, passiert im Extremfall folgendes: Die Spieler stellen sich falsch auf, spielen die falsche Coverage — bämm Touchdown.

Aus diesem Grunde ist es wichtig, den Spielern eine einfache Möglichkeit an die Hand zu geben, um Formationen zu erkennen.

Persönlich finde ich, dass das Defense Coaching in Deutschland zu vergleichen ist, wie das Defense Coaching in einer High School in den USA. In der NFL sowie im College trifft man nicht jede Woche auf unterschiedliche Formationen und Systeme. Normalerweise trifft man während einer Saison auf ca. 4-6 verschiedene Offense Formationen. An den einem Wochenende ist es eine I Formationen, am nachfolgenden eine Spread Formation und eine weitere Woche darauf eine Flex Bone. All diese Formationen haben ihre Besonderheiten, welche man in der Defense berücksichtigen muss.

Aus diesem Grunde habe ich mich beschlossen eine 4-2-5 Defense mit Split Field Coverage zu spielen, diese ermöglicht es uns, mit minimalen Anpassungen, gegen alle erdenklichen Offense System und Formationen zu spielen. Dies wiederum erleichtert es unseren Spielern, das System zu verstehen und es richtig auf dem Feld zu spielen.

Vor ein paar Jahren (2012 / 2013 ca.) bin ich über einen Artikel von Gary Patterson gestolpert (Head Coach der TCU) in dem er einen sehr einfachen Weg beschreibt, um Formationen zu erkennen. Darin sagt er man teilt einfach die Formationen in der Mitte auf und vereinfacht das, was man dort sieht. Bei unserer Split Field Coverage, müssen wir uns auch nur das anschauen, was auf unserer Seite ist. Patterson sagte weiterhin, wenn man sich das genau anschaut und überlegt, kann es nur 3 Bilder geben die, die Offense uns zeigt.! Receiver, 2 Receiver oder 3 Receiver je Seite der Formation.

Natürlich kann man jetzt sagen: Moment mal, was ist, wenn folgende Personal Gruppen kommt, oder wenn jenes Alignment genutzt wird, auch in diesen Fällen bleibt das Bild das gleiche.

Ja es gibt Ausnahmen: Wie eine Quad Formation zum Beispiel. Wie man diese Sonderfälle behandelt, dazu gehen wir in einen späteren Artikel drauf ein.

Ein klares Bild

Nachdem nun klar ist, wie wir die Formationen erkennen werden, schauen wir uns nun das an, was unsere Spieler Woche für Woche auf dem Feld sehen werden.

Die Definition

Jedes Mal, wenn eine Offense Formation zwei Receiver auf einer Seite hat, und der zweite Receiver der Tight End (also der Offense Line angehört) ist, nennen wir es den Pro Look. Dabei ist es vollkommen egal, wo der Tight End steht, selbst wenn sich als Wing Back hinstellt, bleibt es weiterhin der Pro Look. Einen Twins Look definieren wir, wenn die Receiver in einem weiten Split, oder Stack stehen, bleibt es beim Twins Look.

Sobald ein zweiter Receiver auf einer Seite der Formation hinzugefügt wird, können sich mehrere Bilder ergeben. Stellt eine Offense drei Receiver auf eine Seite, nennen wir dieses Trips Look. Eine Offense kann sehr flexible sein, was den Trips Look angeht; sei es das Alignement oder das Personal. Auch eine Bunch Formation ist in unserer Coverage eine Trips.

Grundsätzlich wäre es möglich, die 3 Receiver in all ihren Arten zu unterscheiden. Trips, Trays, Bunches, Stack, dann noch ob Near oder Far usw. Aber alles das, macht, wie schon erwähnt keinen großen Unterschied, da es sich bei allen Anordnungen um ein 3×1 Set handelt. Ich möchte jetzt nicht naiv sein und behaupten, dass man so alle 3 Receiver Sets ohne Probleme mit einem einzigen Weg verteidigen kann, aber es geht erstmal rein um das Erkennen der Formation für unsere Spieler. Das Erkennen macht uns schneller und am Ende des Tages auch effektiver.

Das letzte Bild was wir sehen werden, ist eine Single Side Receiver Seite. Dies ist so, wenn die Offense konventionell ist und keine 4 Receiver auf dem Feld sind, oder eine Trips auf der anderen Seite haben. Die Single Receiver Seite hat meistens einen Split End und einen „Nub“ Tight End. Nub bedeutet, einen einzelnen Tight End ohne zusätzlichen Flanker auf der Seite. Wenn gegen eine Flex Bone Team spielt, kann es natürlich vorkommen, dass man dort einen Split End auf einer Seite sieht. In diesem Fall erkennen wir diesen als Tight End, damit es für die Spieler einfacher bleibt.

Das Ganze erklären ist natürlich schön, aber Bilder sagen nun mal mehr als tausend Worte. Auch wir müssen das unseren Spielern bildlich erklären, da sie es so besser lernen und verstehen können.

Nachfolgend also einige Beispiele zum Erkennen der Formationen.

Teil 1 – Split Field Coverage
Teil 2 – Verstehe die Formationen und bekomme ein klares Bild
Teil 3 – Defensive Personal und Alignment
Teil 4 – Die Read und Away Side der Formation
Teil 5 – Die Read Side Regeln
Teil 6 – Die Away Side Regeln
Teil 7 – Wie verteidigen wie 2×1 und 2×2 Sets
Teil 8 – Wie verteidigen wir 3×1 Sets