Split Field Coverages – Wie verteidigen wir 3×1 Sets – Teil 8

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Wenn wir ein 3×1 Set verteidigen, müssen wir unsere Optionen anders bestimmen, als wenn wir gegen ein 2×2 Set spielen. Damit man alles Abdecken kann, muss man mindestens zwei verschiedene Konzepte verwenden. Wir brauchen ein Konzept, welches gut gegen den Single Side Receiver aufgeht und auch eins, wo wir die Trips Seite seht gut verteidigen können. Der Grund, warum ich die Vorgehensweise mit mehreren Konzepten bevorzuge, ist, dass wir so Woche für Woche gerüstet sind. Hierbei solltet ihr im Hinterkopf behalten, dass die meisten Teams ihren besten Receiver auf der Single Side stellen. In den meisten Fällen entsteht dort eine 1 zu 1 Situation und da geht jeder Coach davon aus, dass sein bester WR dieses gewinnen kann / soll. Eine andere Möglichkeit ist, dass mache Teams die Trips verwenden, um die Defense auf der Trips zu rotieren, nutzen sie diese, um dann über die andere Seite zu laufen. Eine weitere Möglichkeit ist noch, dass sie die Trips auf die weite Seite des Feldes stellen, dadurch entstehen größere Lücken. Aus diesem Grunde werden wir mehr als zwei Konzepte verwenden, um ein 3×1 Set zu verteidigen.

Eines der größten Probleme bei einem 3×1 Set ist der #3 Receiver. Dieser steht in einem Missmatch zum Inside Linebacker. Zudem steht der ILB dann noch in einem Run/Pass Konflikt. Die Anpassungen, die wir mach müssen, um den dritten Receiver zu spielen, verursacht Stress im Rest der Defense. Bevor die Spread Offense so modern geworden, konnte der Inside Linebacker ohne Probleme in der Quarters Coverage den #3 Receiver Vertikal spielen. Da aber der #3 WR in der Spread Offense mehr als Slotback fungiert und die Abstände sich vergrößert haben, ist es nun schwieriger. Ein Inside Linebacker gegen einen Receiver spielen zu lassen ist kein gutes Matchup; aus diesem Grund sind Anpassungen in der Coverage nötig. Wenn man ein 2 High Safety Team oder ein Middle of the Field Close Team ist, wird oft der Backside Safety rüber geholt um #3 vertikal zu spielen. Diese Anpassung ermöglichst es den meisten Defense Spieler, die Trips Seite zu spielen, allerdings resultiert daraus, dass auf der Single Side der Cornerback und ggf. auch der Inside Linebacker Man 2 Man spielen müssen. Wenn man ein MOFO Team ist, muss man seine Coverage zur Trips Seite rollen, was aber auch eine Verschlechterung der Weakside mit sich führt.

Die 4-2-5 Defense ist in diesem Fall einzigartig, da wir 5 Defense Back Spieler auf dem Feld haben. Aus diesem Hintergrund ist es ein Vorteil und bietet uns mehr Möglichkeiten, gegen die Trips zu spielen. Der Down Safety bzw. „Nickle“ ist in der Regel ein besserer Passverteidiger als ein Outside Linebacker; er kann als Option ohne Probleme den Receiver #2 vertikal spielen. Der Hintergedanke ist, dass wir so den Weakside Safety auf der Weakside lassen können, was uns stärker gegen Weakside Pässe und Runs macht.

Nun können wir hingehen, beide Coverage Seiten zusammenfügen und eine Defense gegen 3×1 Set bilden. Im Teil 5 haben ich die Mix Coverage erwähnt, diese ist sozusagen unsere Standard Antwort auf die Trips. Die Mix Coverage arbeitet nach dem „X Out“ Prinzip. Das bedeutet, dass wir den X Receiver (äußerste Receiver der Trips) Man 2 Man spielen lassen, was dann passiert ist, dass nur noch 2 Receiver übrigbleiben und wir unsere 2 Read Coverage mit dem Free Safety, Down Safety und Inside Linebacker spielen können. Hinzu benötigen wir auch keine Hilfe des Back Side Safetys. Wir ziehen unseren ILB etwas nach draußen, damit dieser in einer besseren Position ist. Dies ist dann identisch mit der Aufgabe, die der Down Safety oder Strong ILB in der 2 Read Coverage spielt. Zudem hilft das den Strong Safety seine Primary Force Aufgabe zu spielen, falls der Down Safety durch #2 weit rausgezogen worden ist. Würden wir also das nicht so machen, müssten wir den Backside Safety zur Trips Seite rüber ziehen. Den Vorteil, den wir uns nun verschafft haben, ist, dass wir auf der Weakside ein 2 zu 1 oder 3 zu 2 Matchup generiert haben. Also immer einen Passverteidiger mehr als die Offense an Receiver hat. Zudem bietet diese auch noch den Vorteil, dass der Weakside Safety einen besseren Winkel hat, um gegen den Weakside Run zu spielen.

Wir können dieses Konzept auch dann spielen, wenn auf der Trips Seite mit Tight End gespielt wird. Jedoch muss der Abstand zwischen WR #2 und WR #3 händelbar sein. Denkt daran, der Free Safety muss über #2 kommen können, falls #3 früh in die Flat läuft. Wenn der Abstand zu groß ist, ist dies nicht möglich und wir müssen eine alternative Coverage nutzen.

Die nächste Coverage die wir gegen eine Trips bzw. 3×1 Set nutzen, ist die „Roll Coverage“ Die Roll Coverage ist eine stark rotierende Coverage nach Cover 3 Prinzipien und Man 2 Man Regeln. Der extra Safety hilft uns gegen Spacing Konzepte. Durch diese Coverage können wir mehrere Wege erzielen, um gegen die Trips zu spielen. Zum einen können wir den Free Safety nach unten ziehen und der Cornerback spielt das tiefe Drittel, oder wir lassen den Cornerback unten und der Free Saftey spielt oben. In Zukunft werden wir beide Varianten spielen. Um das Prinzip zu vereinfachen, erkläre ich es an dem Beispiel, das der Cornerback der Flat Spieler ist.

Roll Coverage

Read Side

Cornerback: 1×1 Outside vom äußeren Receiver, er spielt Hard Jam Funnel Inside, zudem ist er der primäre Force Flat Spieler

Down Safety: 4×2 Inside des #2 Receivers, kurze Wall zu #2, er ist der Curl und extra Run Defender über außen

Free Safety: Er steht zwischen WR #1 und #2 und spielt das Tiefe. äußere Drittel

Inside Linebacker: Stack über dem Center, er ist der Wall Spieler für #3 und spielt die Hook Zone

Away Side

Cornerback: Man 2 Man auf WR #1, 1×1 Outside, oder Soft, je nach Down und Distanz

Inside Linebacker: Man 2 Man auf WR #2 auf der Weak Side, sollte auf der Strong Side ein #4 Receiver möglich sein (RB), bezieht er sich auf diesen und schaut nach Crossing Routen.

Down Safety: Er ist der Center Field Spieler und steht tiefer als alle anderen. Er spielt die mittlere der 3 tiefen Zonen.

Die andere Alternative wäre, dass wir den Free Safety runterziehen und der die Hook Zone spielt; der Cornerback geht dann nach hinten und spielt das äußere Drittel. Der Down Safety muss dann raus gehen und die Flat Zone unter #1 spielen. Alle anderen Aufgaben bleiben identisch. Also ist es nur eine Änderung wer welche Zone (Curl / Flat (Deep) spielt, wir nutzen dieses, um den QB zu verwirren. Zudem bringt es den Vorteil mit, dass der Free Safety früher nach unten kommt, falls es ein Laufspielzug wird.

Teil 1 – Split Field Coverage
Teil 2 – Verstehe die Formationen und bekomme ein klares Bild
Teil 3 – Defensive Personal und Alignment
Teil 4 – Die Read und Away Side der Formation
Teil 5 – Die Read Side Regeln
Teil 6 – Die Away Side Regeln
Teil 7 – Wie verteidigen wie 2×1 und 2×2 Sets
Teil 8 – Wie verteidigen wir 3×1 Sets